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5. März 2011 / markushaenni

Patienten schreiben…..

Rezeptpflichtig, Music is the key

Das Jahr 2004 fing für mich weniger gut an. Wieder einmal musste ich 14 Tage auf der Abteilung O1 verbringen. Dort bin ich als „Stammpatient“ bestens bekannt. Mit dem Gedanken, dass das Jahr nur besser werden kann, ging es mir schnell wieder ordentlich. Natürlich halfen bei meiner schnellen Genesung vor allem die intravenösen Antibiotika, aber eben nicht nur diese, sondern auch die Sozialkompetenz der Schaffenden von der Abteilung O1. Wenn ich jeweils über die Notfallaufnahme in einem labilen Zustand ins Spital komme, ist und bleibt das Pflegepersonal, vor allem das vom O1, ziemlich der einzige Aufsteller.

Die Ehre resp. Erlaubnis, den Flügel im Hörsaal benutzen zudürfen, hatte wohl von der Besuchermenge her nicht nur mich gefreut. Die vielen Komplimente von Seiten der ZuhörerInnen waren ermutigend. Doch bei soviel des Lobes musste ich aufpassen, dass ich nicht rot anlief. Die Möglichkeit, jeden Tag auf einem Flügel der Marke „Schimmel“ zu spielen resp. zu üben, war genial und bereitete mir grosse Freude. Meine Klavierlehrerin wird in der nächsten Unterrichtsstunde sicherlich auch daran teilhaben können. Deshalb geht ein spezieller Dank an die Spitaldirektion und ganz besonders an Frau Konrad, die mir diese Gelegenheiten ermöglichte. Für mich ist es jedes Mal ein Privileg, mit Frau Konrad zu diskutieren, politisieren, Verbesserungsvorschläge einzubringen und Kompromisse auszuarbeiten.

Haben Sie gewusst, dass Musik, z.B. Klavierspielen, die Verbindung zwischen den beiden Hirnhemisphären und dem Corpus callosum fördert, bzw. noch besser verknüpft?
Musik hat eine bedeutende Wirkung auf den Gesundheitszustand eines Menschen. Sei dies auf psychische oder physische Art.

Klavierspielen ist nicht nur eine sehr schöne Freizeitbeschäftigung, die einem „blosses“ Vergnügen vermittelt, sondern viel mehr auch eine effiziente Medizin, die viele neurophysiologische Vorteile mit sich bringt. Zweihändig auf schnelle und rhythmisch korrekte Art und Weise zu spielen verbindet nicht nur die linke und rechte Hirnhemisphären besser mit einander, sondern fördert in gewissen Hirnarealen die Durchblutung und damit die Hirnaktivität, was mittels EEG nachgewiesen werden kann. Das wirkt sich positiv auf die Konzentrationsfähigkeit und Disziplin aus und führt zudem zu einem besseren Erkennen von Zusammenhängen. Klavierspielen kann auch gut sein für Menschen, die an funktionellen oder psychosomatischen Störungen leiden, wie z.B. Migräne, Gliederschmerzen, Stress, Burnout-Syndrom, nervös bedingten Magen- und Darmbeschwerden, Ein- und Durchschlafstörungen, innerer Unruhe, Nervosität, Herzsensationen, depressiven Verstimmungen, Angstgefühlen, Phantom- und postoperativen Schmerzen, Tinnitus (junger), Trigeminusneuralgie, Hyperaktivität bei Kindern, Prüfungs- und Schulstress. D.h. bei funktionellen und psychosomatischen Störungen stossen  Therapien nach herkömmlichen Methoden an Grenzen. Deshalb gewinnen immer mehr auch neurophysiologische Methoden an Bedeutung wie z.B. die Psychofonie, eine Klangtherapie.

Das Wirkprinzip der Psychofonie gründet darauf, Reaktionsmuster funktioneller Störungen, soweit sie nicht Signale organischer Störungen sind, zu korrigieren oder gar zu löschen. Tonfolgen, erstellt aus dem Hirnstrombild EEG im normalen, beschwerdefreien Ruhezustand, werden dem Stammhirn über das Gehör, dem direktesten Zugang, übermittelt. Durch regelmässiges Einwirken dieser Sequenzen erfolgt eine Normalisierung der Reaktionsmuster und dadurch in den meisten Fällen eine Reduzierung der Störungen bis zur vollständigen Beschwerdefreiheit.

Wollten Sie nicht schon immer einmal lernen, ein Instrument zu spielen?
Wie wär’s z.B. mit Klavier?

Mit den besten Empfehlungen
Markus Hänni

Bis zum nächsten Mal, hoffentlich „trotz allem“ nicht schon bald!

Patient vom Spital Bern Tiefenau

Artikel im Spital Bern Tiefenau Magazin „TIFO“ vom Mai 2004

Markus Hänni

Bilder:
Klaviertastatur vom Yamaha Clavinova CLP 170 MahagoniKrompholz

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