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7. März 2011 / markushaenni

Organtransplantation – Stellungnahme aus christlicher Sicht

Was sagt Gott? Organtransplantation Ja/Nein (?)

„Wie verhalte ich mich in Bezug auf Organspenden biblisch, in der Nachfolge Jesu richtig? Darf ich als Christ einer Organtransplantation zustimmen?“

Ich würde vorschlagen, wir wandeln die Fragen in zwei andere Grundfragen zum Thema Organspende um:

Wird durch eine Organspende „Gutes“ getan?

Wenn Organspenden „Gutes“ bewirken, was spricht in der Bibel dagegen?

 

Ist eine Organspende etwas Gutes?
Bei dieser ersten Frage wollen wir die Beweggründe und die Auswirkungen eines solchen medizinischen Eingriffes untersuchen. Ich möchte aber nicht philosophisch werden, sondern dabei ein Erlebnis aus meinem Bekanntenkreis zu Hilfe nehmen. 

“Nello“ (Name geändert) ist ein bekennender Christ. Vor ca. 20 Jahren hat man festgestellt, dass seine Nieren nicht mehr funktionieren. Seitdem muss sein Blut täglich in der Dialyse gereinigt werden. Vor einiger Zeit kam seine Frau zum Entschluss, ihm eine ihrer Nieren zu spenden. In letzter Minute, als sie sich bereits auf den Eingriff vorbereiteten, bekam Nello von einem anderen Menschen eine Spenderniere. Nello ist heute erfolgreich operiert und kann wieder „normal“ leben. Das Ehepaar ist Gott sehr dankbar für die erhaltene Spende. 

Die Motivation zur Organspende ist schon in diesem Beispiel relativ einsichtig – sind z.B. Kinder betroffen, käme man noch schneller zu einer gefühlsmäßigen Zustimmung. Von den Möglichkeiten des Missbrauchs von Transplantationen (Organhandel, etc.) möchte ich jetzt absehen, denn Güte und Erbarmen können immer ausgenutzt werden.

 

Worin sind eventuelle biblische Zweifel begründet?
In der Diskussion werden zwei Argumente öfter erwähnt. Da ist zum einen die Auferstehung der Toten:
Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und zuerst werden die Toten, die in Christus gestorben sind, auferstehen 1. Thessalonicher 4,16

Eine zweite Schranke, die allerdings weniger häufig genannt wird, ist die Frage nach der Blutspende, die z.B. von den Zeugen Jehovas – wenn auch in einem verzerrten Kontext – aufgeworfen wird.

 

Was hat Organspende mit der Auferstung der Toten zu tun?
Welchen Zusammenhang hat nun die Auferstehung der Toten mit dem Für und Wider der Organspende? Paulus erläutert im 1. Korintherbrief, mit welchem Körper wir nach der Auferstehung ausgestattet sein werden:
Vielleicht werdet ihr jetzt fragen: «Wie werden die Toten denn auferstehen? Was für einen Leib werden sie haben?» Das ist doch eine törichte Frage! Jedes Samenkorn, das gesät wird, muss vergehen, ehe neues Leben daraus wächst. Und was wir säen, ist ja nicht schon die fertige Pflanze, sondern es sind nur Körner, Weizen zum Beispiel oder anderes Saatgut. Aus jedem Samenkorn lässt Gott eine Pflanze wachsen, die so aussieht, wie er es geplant hat. […] Genauso könnt ihr euch die Auferstehung der Toten vorstellen. Unser irdischer Leib ist wie ein Samenkorn, das einmal vergeht. Wenn er aber auferstehen wird, ist er unvergänglich. Was begraben wird, ist unansehnlich und schwach, was aufersteht, lässt Gottes Herrlichkeit und Kraft erkennen. Begraben wird unser irdischer Leib; aber auferstehen werden wir mit einem Leib, der von göttlichem Leben erfüllt ist. Denn wenn es einen sterblichen Leib gibt, dann gibt es auch einen unsterblichen. In der Heiligen Schrift heißt es ja, dass der erste Mensch, Adam, zu einem «lebendigen Wesen wurde». Aber Christus, der erste Mensch einer neuen Schöpfung, gibt uns göttliches Leben. Jetzt haben wir einen natürlichen, irdischen Leib, dann aber gibt uns Gott einen unvergänglichen Leib, der von seinem Geist erfüllt ist. Adam, den ersten Menschen, erschuf Gott aus Erde; aber der neue Mensch, Christus, kommt vom Himmel. Als Nachkommen Adams haben wir jetzt alle einen irdischen Leib. Als Christen werden wir dann wie Christus einen himmlischen Leib haben. Jetzt hat jeder von uns einen vergänglichen Leib, wie ihn Adam hatte. Aber einmal werden wir – wie Christus – einen unvergänglichen Leib haben. 1.Korinther 15,35-49

Die Bibel sagt klar, dass unser Körper nach dem Tod verwesen wird. Deswegen betont Paulus, dass unser neuer Körper geistlicher Natur sein wird. Die „Umwandlungsprozedur“ vom alten zum neuen Körper übernimmt der Heilige Geist in seiner Kraft. 

Die biblische Lehre von der Auferstehung der Toten ist eine ausreichende Hilfe für die Klärung der Organspenden-Problematik. Die Bibel bezeichnet unseren Körper als „verweslich“ und nimmt ihm somit jede Berechtigung, an einem ewigen und vollkommenen Leben Teil zu haben. 

Wenn ich meinen verweslichen Körper für die Auferstehung der Toten nicht „brauche“, er nach meinem Tod aber Menschenleben retten kann (woraus Dankbarkeit gegenüber Gott entspringen kann) – was spricht noch dagegen?

 

Fazit
Da die Bibel die Organspende nicht explizit erwähnt, sollte der Entscheidung des eigenen Gewissens vor Gott das letzte Wort vorbehalten bleiben. Aber von der biblischen Lehre her spricht eigentlich nichts dagegen.

Alle grossen Weltreligionen sprechen sich eindeutig für die Organspende aus. Dies im Sinn der Nächstenliebe und der Mitmenschlichkeit.

Brauche ich im Himmel meine Organe nicht? Kann ich überhaupt auferstehen, wenn ich ein Organ gespendet habe oder ist dann meine Seele unvollkommen und mit dem Organnehmer verbunden.

Werden wir nach der Auferstehung der Toten den identisch gleichen biologischen Leib haben wie zu „Lebzeiten“? Sind die Atome und Moleküle in unserem Leib nicht bereits ein Konglomerat aus vielen anderen verwesten Leibern von Menschen? Wird es auf der Erde genügend Materie geben, damit alle Menschenleiber wenigstens der Masse nach auferstehen können?

Antwort
Eine ganz ähnliche Frage beantwortet Paulus im 1. Korintherbrief:

Vielleicht werdet ihr jetzt fragen: »Wie werden die Toten denn auferstehen? Was für einen Leib werden sie haben?« Das ist doch eine törichte Frage! Jedes Samenkorn, das gesät wird, muss vergehen, ehe neues Leben daraus wächst. Und was wir säen, ist ja nicht schon die fertige Pflanze, sondern es sind nur Körner, Weizen zum Beispiel oder anderes Saatgut. Aus jedem Samenkorn lässt Gott eine Pflanze wachsen, die so aussieht, wie er es geplant hat. Unterscheiden sich nicht auch alle Lebewesen in ihrem Aussehen? Menschen sehen anders aus als Tiere, Vögel anders als Fische. Die Sterne am Himmel sind ganz anders beschaffen als die verschiedenen Geschöpfe auf der Erde; die Schönheit der einen ist nicht mit jener der anderen zu vergleichen. Die Sonne hat ihren eigenen Glanz, anders als das Leuchten des Mondes oder das Glitzern der Sterne. Selbst die Sterne unterscheiden sich in ihrer Helligkeit voneinander. Genauso könnt ihr euch die Auferstehung der Toten vorstellen. Unser irdischer Leib ist wie ein Samenkorn, das einmal vergeht. Wenn er aber auferstehen wird, ist er unvergänglich. Was begraben wird, ist unansehnlich und schwach, was aufersteht, lässt Gottes Herrlichkeit und Kraft erkennen. Begraben wird unser irdischer Leib; aber auferstehen werden wir mit einem Leib, der von göttlichem Leben erfüllt ist. Denn wenn es einen sterblichen Leib gibt, dann gibt es auch einen unsterblichen. In der Heiligen Schrift heißt es ja, dass der erste Mensch, Adam, zu einem »lebendigen Wesen wurde«. Aber Christus, der erste Mensch einer neuen Schöpfung, gibt uns göttliches Leben. Jetzt haben wir einen natürlichen, irdischen Leib, dann aber gibt uns Gott einen unvergänglichen Leib, der von seinem Geist erfüllt ist. Adam, den ersten Menschen, erschuf Gott aus Erde; aber der neue Mensch, Christus, kommt vom Himmel. Als Nachkommen Adams haben wir jetzt alle einen irdischen Leib. Als Christen werden wir dann wie Christus einen himmlischen Leib haben. Jetzt hat jeder von uns einen vergänglichen Leib, wie ihn Adam hatte. Aber einmal werden wir – wie Christus – einen unvergänglichen Leib haben. 1.Korinther 15,35-49

Die Frage, wie und mit welchem Leib die Toten auferstehen werden, ist alt. Paulus verwirft die Vorstellung, dass Menschen in demselben Leib auferstehen werden, in dem sie gestorben sind. Der Zusammenhang zwischen irdischem Leib und Auferstehungsleib ist ähnlich dem zwischen Weizenkorn und Weizen: Das Korn enthält den Keim, es hat insofern sehr viel mit dem Weizen zu tun, aber man sieht dem Korn nicht an, wie der Weizen aussehen wird. Das Korn fällt in die Erde und stirbt. Es kommt zu neuem Leben im aufkeimenden Weizen.

Es gibt eine Vielfalt von irdischen Körpern (die verschiedensten Menschen, Tiere und Planzen) und eine Vielfalt von Himmelskörpern (Sonne, Mond und Sterne). Der Glanz, die Schönheit all dieser Körper unterscheidet sich von einander. Wie die Himmelskörper viel herrlicher strahlen als die irdischen Körper, so wird der Auferstehungsleib herrlicher sein als der irdische Leib. Und wie jeder Stern seinen eigenen Glanz hat, so wird auch jeder Auferstehungsleib seine ihm eigene Herrlichkeit haben. Wie der irdische Leib dem ersten seiner Art (Adam) ähnlich ist, so wird der himmlische Leib dem ersten seiner Art (Christus) ähnlich sein.

Wir brauchen uns also keine Sorgen zu machen, ob es genug Materie für die Auferstehung gibt, oder über irgendwelche anderen „technischen“ Details – dem Gott, der die bestehende Welt aus dem Nichts erschuf Hebräer 11,3, wird auch die neue Welt samt Einwohnern gelingen. Wir sollten uns vielmehr darüber Gedanken machen, welche Auswirkungen die Tatsache der Auferstehung auf unser Leben hat, denn Paulus schließt seine Ausführungen über die Auferstehung mit folgenden Worten:

Meine lieben Brüder, bleibt fest und unerschütterlich in euerm Glauben! Setzt euch für den Herrn ganz ein; denn ihr wisst, nichts ist vergeblich, was ihr für ihn tut. 1.Korinther 15,58

Die praktische Anwendung der Lehre über die Auferstehung ist, dass wir unser Leben danach ausrichten sollen: Unser Leben hier auf Erden ist eine Saat, die in einer anderen Welt aufgehen wird. Es lohnt sich daher, das ewige Leben im Glauben an Jesus Christus zu ergreifen und die verbleibenden Jahre ganz für ihn einzusetzen!

Bei diesem Text handelt es sich um die persönliche Meinung des Blog-Autors.
Quelle: unknown

Informationen zum Thema „Organspende und Transplantation“ finden Sie hier:
swisstransplant (schweizerische Nationale Stiftung für Organspende und Transplantation)

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