Skip to content
5. April 2011 / markushaenni

Potential-Differenzmessung

Potential-Differenzmessung

Diese Methode wird nur in wenigen speziellen Mukoviszidose- Einrichtungen, hier aber bereits routinemäßig angewendet.

Die Potenzialdifferenzmessung ist neben dem Schweißtest ein weiteres Diagnoseverfahren. Es wird angewendet, wenn die Ergebnisse des Schweißtests zwar im Normal- oder Grenzbereich liegen, der Zustand des Patienten aber auf eine Mukoviszidose hinweist.

Bei dieser Messung nutzt man die Tatsache, dass zwischen zwei Punkten mit unterschiedlichen Ionen-Konzentrationen (also Natrium- oder Chlorid-Ionen) ein elektrochemisches Gefälle entsteht, eine so genannte Potentialdifferenz. Diese Potentialdifferenz ist als Ionen-Stromfluss messbar. Der Gendefekt der Mukoviszidose verursacht ein Ungleichgewicht der Ionen-Konzentrationen innerhalb und außerhalb der betroffenen Zellen. Im Vergleich zu anderen Zellen ist die Ionen-Konzentration verändert, zwischen ihnen entsteht also eine messbare Potentialdifferenz. Eine solche Potenzialdifferenzmessung kann beispielsweise an der Nasenschleimhaut (Nasal-Potenzial-Differenzmessung) oder an Gewebeproben (Biopsien) der Schleimhaut des Enddarms (Rectum) durchgeführt werden (man spricht hier von Rectum-Biopsie-Potenzial-Differenzmessung).

Nasal-Potenzial-Differenzmessung

Zur Messung der Ionenströme an der Nasenschleimhaut wird eine Elektrode am respiratorischen Epithel der Nase (Nasenschleimhaut) platziert und eine Referenzelektrode (Bezugselektrode, die mit Kochsalz gefüllt ist) am Oberarm platziert. Da bei Mukoviszidose auch die Drüsen der Nasenschleimhaut von der Störung im Salztransport betroffen sind, kann man einen Stromfluss zwischen der Messelektrode in der Nase und der Referenzelektrode erwarten. Die Messungen werden an beiden Nasenlöchern durchgeführt und dauern mindestens 20 Minuten.

Solche Messungen lassen sich bei allen Altersstufen vom Neugeborenen bis zum Erwachsenen mit zuverlässigen Ergebnissen durchführen. Allerdings sollte die Messung nicht bei einem akuten Schnupfen durchgeführt werden, denn dann sind die Ergebnisse verfälscht und eine eindeutige Diagnose ist somit nicht möglich.

Rectum-Biopsie-Potenzial-Differenzmessung

Hierbei wird dem Patienten eine Gewebeprobe aus dem Enddarm entnommen und in eine so genannte Ussing-Kammer eingespannt. Dann werden bestimmte Wirkstoffe auf die Gewebeprobe aufgebracht um die Chlorid-Ionensekretion anzuregen, so dass anschließend die Ionenströme bestimmt werden können. Bei Gesunden kann man nach Gabe des Wirkstoffs einen starken Ausstrom von Chloridionen messen. Bei Mukoviszidose-Patienten tritt ein solcher Ausstrom nicht auf, stattdessen kann ein Einstrom von Kalium-Ionen beobachtet werden. Anhand dieser Messergebnisse kann die Krankheit zweifelsfrei diagnostiziert werden. Darüber hinaus können Aussagen über eine eventuell vorhandene Restfunktion des CFTR-Kanals, und damit möglicherweise über den Krankheitsverlauf, getroffen werden. Es handelt sich hierbei also um eine sehr zuverlässige und spezifische Methode die Krankheit zu diagnostizieren. Diese Methode erfordert aber wie die Nasal-Potenzial-Differenzmessung spezielle Erfahrung und wird nur von wenigen speziellen Mukoviszidose-Ambulanzen durchgeführt.

Referenzzentren CFTR-Analytik – Ambulanzen, die diese speziellen Untersuchungen durchführen, finden Sie hier

Quelle: muko.info


 

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: