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5. April 2011 / markushaenni

Problemkeime

Bekämpfung von Problemkeimen

Die Lungenerkrankung bestimmt in den meisten Fällen den Verlauf der Erkrankung Mukoviszidose. Die wiederkehrenden Infektionen führen zu einer Entzündungsreaktion und dauerhaft zu einem graduellen Verlust der Lungenfunktion. Verschiedene Keime spielen bei Mukoviszidose eine Rolle, u.a. Pseudomonas aeruginosa, Burkholderia cepacia, Staphylococcus aureus oder auch Stenotrophomonas maltophilia. Infektionen werden, sobald sie erkannt sind, mit Antibiotika behandelt. Trotzdem kommt es im Krankheitsverlauf häufig zu chronischen Infektionen, vorwiegend durch bestimmte Formen von Pseudomonas aeruginosa. Diese Keime können Biofilme und so genannte small colony variants bilden, die besonders resistent gegen die gebräuchlichen Antibiotika sind.

Neben den bestehenden Antibiotika-Therapien gibt es verschiedene Forschungsansätze die Keime noch besser zu bekämpfen und somit die Lungenfunktion länger zu erhalten:

  1. Prävention durch Impfstoffe: Um Pseudomonas Infektionen vorzubeugen oder (chronische) Infektionen zumindest herauszuzögern gibt es verschiedene Ansätze für eine Pseudomonas-Impfung. Bisher konnte aber die Wirksamkeit nicht eindeutig gezeigt werden, da dazu wahrscheinlich sehr lange andauernde Studien mit einer hohen Patientenzahl durchgeführt werden müssten.
    • Aerugen-Vakzin: Das Aerugen-Vakzin (O-Polysaccharid-TA-Vakzine) wurde in einer Phase II und einer Phase III Studie untersucht; die Ergebnisse der letzten Studie wurden bislang nicht veröffentlicht; die Infektionsrate soll in den verglichenen Gruppen zu niedrig sein, um eine aussagekräftige Auswertung vornehmen zu können.
    • Immuno-Vakzin (Flagella): Die Ergebnisse der Studie zum Immuno-Vakzin (Flagella) wurden kürzlich veröffentlicht und es konnte ein Schutz, allerdings nur gegen zwei Subtypen von Pseudomonas, nachgewiesen werden.
    • OprF-OprI-Vakzin: Ein weiterer Ansatz, der nach bisherigen Erkenntnissen gegen alle bekannten Pseudomonas-Subtypen  wirken könnte, ist das OprF-OprI-Vakzin, zu dem bislang aber nur erste Ergebnisse aus einer Phase II Studie vorliegen.
    • IgY: Ergebnisse aus einer Phase I Studie zeigten, dass in der behandelten Gruppe die Pseudomonas-positiven Befunde seltener waren als in der nicht mit IgY behandelten Gruppe; allerdings war die untersuchte Gruppe sehr klein, so dass noch keine eindeutige Aussage getroffen werden kann.
  2. Neue Antibiotika/Antiinfektiva: ständig ist man auf der Suche nach neuen Wirkstoffen, die die Problemkeime effektiver als zuvor bekämpfen können, am besten auch die Biofilme und small colony Varianten. Der Mukoviszidose e.V. fördert bspw. ein Projekt zur Untersuchung von antibakteriellen Wirkstoffen im Knoblauch, die möglicherweise verhindern können, dass sich Biofilme bilden, indem die Kommunikation der Keime verhindert wird. Denn eine solche (chemische) Kommunikation zwischen den Keimen ist für die gefährliche Biofilmbildung notwendig.
  3. Effektivere Formulierungen
    • Trockenpulverinhalation: Durch Trockenpulverinhalation soll die Inhalationszeit verkürzt, die Mobilität erhöht und die Handhabung der Inhalation vereinfacht werden. Eine Phase III Studie zur Untersuchung der Effektivität von Tobramycin als Trockenpulver läuft derzeit.
    • Liposomale Formulierung: Durch eine liposomale Formulierung soll eine bessere Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper und möglicherweise eine Depotwirkung erzielt werden. Derzeit in Entwicklung befinden sich SLIT-Amikazin (Phase IIb) und Fluidosome Tobramycin (Phase IIa).
    • Inhalativ statt intravenös: Ein Vorteil eines inhalierbaren Antibiotikums kann sein, dass geringere Dosen ausreichen. Denn bei intravenöser Gabe verteilt sich das Antibiotikum im ganzen Körper und man benötigt viel höhere Konzentrationen, um in der Lunge (wo sich die zu bekämpfenden Bakterien befinden) die gleiche Wirksamkeit zu erreichen. Aztreonam-Lysin ist ein Beispiel für ein Antibiotikum, das zunächst nur für intravenöse Therapie zugelassen war und nun auch inhaliert werden kann. Allerdings kann auch eine intravenöse Antibiotikatherapie ebenfalls sinnvoll sein; dies muss individuell von Fall zu Fall entschieden werden.

Quelle: muko.info

 

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