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6. April 2011 / markushaenni

Antiinflammation

Anti-inflammatorische Therapie

Ein Baustein der verschiedenen symptomatischen Therapien ist die anti-inflammatorische Therapie. Es ist noch nicht eindeutig geklärt, ob die Entzündung eine Folge der Infektion ist oder unabhängig von einer Infektion entsteht. Die Entzündung (Immunantwort) ist eine Antwort des Körpers auf die ständige Präsenz von einer Vielzahl von Keimen, deren Stoffwechselprodukten and Abbauprodukten.  Es strömen massiv weiße Blutkörperchen (neutrophile Granulozyten) in die Lunge, um Fremdkörper zu beseitigen. Diese weißen Blutkörperchen produzieren dabei auch Stoffwechselprodukte (Neutrophilenprotease und Elastase).  Das Lungengewebe wird also durch die Keime, aber auch eine „überschießende“ körpereigene Immunreaktion geschädigt. Beide Prozesse führen über mehrerer Jahre zur Zerstörung des Lungengewebes und damit zum Versagen der Lungenfunktion.

Anti-inflammatorische Ansätze versuchen nun diese „überschießende“ Immunreaktion zu normalisieren, indem die Effekte der neutrophilen Granulozyten auf das Lungengewebe gehemmt, Stoffwechselprodukte beseitigt oder freie Radikale abgefangen werden:

1. Kortikoide (Oral und inhalativ)

Glukokortikoide (Kortison) werden natürlicherweise in der Nebennierenrinde gebildet. Sie haben vielfältige physiologische  Wirkungen.  Als Medikament in höheren Dosen verabreicht, wirken sie entzündungshemmend und schwächen die körpereigene Immunantwort ab. Asthma wird z.B. mit oralem Kortison therapiert. Eine Langzeitanwendung mit Kortison sollte aufgrund möglicher Nebenwirkungen von Fall zu Fall entschieden werden. Kortison wird bei akuter Exazerbation der CF Lunge zusammen mit i.v. Antibiotikatherapie, Bronchodilatatoren wie DNase, Scheimverflüssiger je nach Alter, Gewicht und Lungenfunktion eingesetzt. Zur Behandlung der Allergischen pulmonalen Aspergillose (APBA) ist die orale Steroidtherapie empfohlen.

2. Ibuprofen

Ibuprofen ist ein Arzneistoff  aus der Gruppe der Antirheumatika, der zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Ibuprofen wirkt direkt auf die neutrohilen Granulozyten (weiße Blutkörperchen). Es hemmt die Bewegung, das Verkleben und die lokale Aggregation dieser Blutkörperchen im Lungengewebe. Eine Hochdosisbehandlung kann sich bei Kindern mit CF deutlich positiv auswirken. Da die Dosis bei der Behandlung mit Ibuprofen offenbar eine sehr wichtige Rolle spielt, sollte der Spiegel regelmäßig kontrolliert werden.

3. Anti-Oxidantien

Neben den Stoffwechselprodukten werden auch noch Sauerstoffradikale (ROS- Reaktive Sauerstoffspezies) unter der chronischen Entzündungsreaktion durch neutrophile Granulozyten freigesetzt. ROS können die körpereigenen Strukturen schädigen. Es entsteht somit ein Missverhältnis zwischen Oxidantien und Anti-Oxidantien. ROS können durch verschiedene körpereigene Mechanismen neutralisiert werden. Dazu gehört u.a. ein Enzymsystem wie der Glutathionstoffwechsel. Glutathion nimmt ROS auf und neutralisiert es. Es ist bekannt dass das CFTR Molekül auch ein Transportweg für das Glutathion (GSH) ist und bei CF Patienten konnte ein generalisierter Mangel an GSH im Lungenepithel nachgewiesen werden. In einer vom Mukoviszidose e.V. geförderten Studie wird derzeit die Inhalation von GSH zum Ausgleich des GSH Mangels untersucht. Die Studie wird in 2009 abgeschlossen sein.

4. Azithromycin

Für Azithromycin, ein Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide, häufen sich in der letzten Zeit die Hinweise, dass der Wirkstoff auch anti-inflammatorisch wirkt. Der Wirkmechanismus wird derzeit noch untersucht.

Quelle: muko.info

 

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