Skip to content
6. April 2011 / markushaenni

Mutationsspezifische Therapie

Mutationsspezifische CFTR-Therapie

CFTR-Synthese vom Gen zum Protein

Normalerweise erfolgt in den Körperzellen die Bildung eines CFTR-Kanals in mehreren Schritten „Vom Gen (DNA) zum Protein“:

  1. Transkription: Zuerst erfolgt die Umschreibung des Gens (DNA) in so genannte Boten-RNA; die Boten-RNA transportiert die genetischen Informationen aus dem Zellkern (wo sich das CFTR-Gen auf den Chromosomen befindet) an die Ribosomen des Endoplasmatischen Retikulum (ER), wo der nächste Syntheseschritt stattfindet
  2. Translation: Auf Grundlage der Informationen aus der Boten-RNA baut die Zelle aus Aminosäuren das CFTR-Eiweiß, also den CFTR-Kanal, zusammen
  3. Reifung: Dann wird der CFTR-Kanal noch chemisch modifiziert (dies ist u.a. notwendig damit die Zelle weiß wohin das entsprechende Eiweiß transportiert werden muss, damit es richtig arbeiten kann).
  4. Transport: Schließlich wird der CFTR-Kanal zu seinem Ziel, der Plasmamembran, transportiert. Dort öffnet und schließt er sich, um die Chloridionen durchzulassen.

Die 5 Mutationsklassen

Es sind über 1600 mukoviszidose-verursachende Mutationen beschrieben worden, die man in 5 Klassen einteilt. Bei Mutationen der Klasse I ist der Syntheseprozess gestört und es entsteht kein CFTR-Kanal. Bei Mutationen der Klasse II kommt es aufgrund der fehlerhaften genetischen Information (z.B. Wegfall einer Aminosäure wie bei F508del) zu einer falschen dreidimensionalen Struktur des CFTR-Kanals, was von der Zelle erkannt wird und zur Entsorgung der CFTR-Kanäle führt. Bei Mutationen der Klasse II sind deshalb nur einige wenige CFTR-Kanäle in der Plasmamembran aktiv und werden auch schnell abgebaut. Bei Mutationen der Klassen III-V entstehen CFTR-Kanäle, die in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt sind.

Typische CFTR-Mutationen und ihre Zugehörigkeit zu den Mutationsklassen:

  • Klasse I: R553X, G542X, N1303K, 1717-1G A
  • Klasse II: F508del
  • Klasse III: G551D
  • Klasse IV: R347, R117H
  • Klasse V: 3849+10kB C T

Forschungsansätze

Es wird nach verschiedenen Substanzen gesucht, die je nach Mutation an unterschiedlichen Stellen in der Zelle angreifen, um für eine ausreichende Anzahl (durch Korrektoren) und Aktivität (durch Potentiatoren) der CFTR-Kanäle zu sorgen.

  • Klasse I Mutationen: Überlesen von Stoppmutationen durch Korrektoren
  • Klasse II Mutationen: CFTR-Reifung durch Korrektoren
  • Klasse III Mutationen: CFTR-Aktivierung durch Potentiatoren

Ggf. können Potentiatoren und Korrektoren zur Steigerung der Effektivität kombiniert werden. Eine Steigerung der CFTR-Funktion auf 8–10% der Normalfunktion würde voraussichtlich ausreichen, um die Symptome von Mukoviszidose deutlich zu lindern oder sogar ganz auszugleichen.

Beispiele

Weitere Informationen finden Sie auch in folgendem Artikel: Neue Konzepte zur Pathophysiologie und Therapie der Mukoviszidose (PDF, 960 KB)

Quelle: muko.info

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: